Der Bauhof – ein Leuchtturmprojekt

 

 

Projekte, die über das Gemeindegebiet hinaus eine beispielhafte Signalwirkung entfalten bzw. Vorbildcharakter besitzen, werden Leuchtturmprojekte bezeichnet. Das vom Wettbewerb KommunalerKlimaschutz. NRW mit 505.932,80 € geförderte Projekt „Gemeindebauhof Metelen – Vom Sanierungsfall zum nachhaltigen Vorbildbetrieb“ ist ein solches Leuchtturmprojekt.

 

 

  


 

 

Das Konzept


Im Rahmen des integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes wurde eine grundlegende energetische Sanierung des Bauhofes als Maßnahme erfasst.

 

Der im Jahr 1978 als Viehumschlagplatz erbaute Bauhof soll im Zuge der Klimaschutzbemühungen der Gemeinde Metelen, im Rahmen einer Totalsanierung unter energetischen Gesichtspunkten grundlegend erneuert werden. Neben der Erneuerung des Daches, der Außenfassade sowie der Fenster, sollen weiterhin die Sozialbereiche saniert und einzelne Arbeitsbereiche unter energetischen Gesichtspunkten voneinander abgetrennt werden. Die alte Gasheizung wird durch eine Holzhackschnitzelheizung, die mit Hackschnitzeln aus dem ohnehin anfallenden Straßenbegleitgrün beheizt wird, ersetzt werden. Die Energieautarkie wird erreicht, indem auf den sanierten Dachflächen Photovoltaikmodule installiert werden, die den externen Energiebezug in Kombination mit einem Energiespeicher in einem erheblichen Maße reduzieren. Die Photovoltaikanlage ist durch den Wettbewerb KommunalerKlimaschutz.NRW nicht förderfähig, jedoch ist sie für die Umsetzungsstrategie von großer Bedeutung. Infolge dieser Kombinationen ist es möglich, dass zwei für den Klimaschutz enorm wichtige Strategien umgesetzt und dargestellt werden. Die Strategie der Sektorenkopplung wird realisiert, indem die Energie der Photovoltaikanlage mittels eines E-Fahrzeugs als Bewegungsenergie genutzt wird. Die Strategie des Cradle-to- Cradle-Ansatzes wird durch das vollständige abbilden des biologischen und des technischen Stoffkreislaufes dargestellt. Ziel dieser Umsatzstrategie ist es mit der Realisierung des Projektes darzustellen, wie verschiedene klimaschützende Maßnahmen sinnvoll miteinander verknüpft werden können. Auf diese Weise wird der Bauhof zu einem Best-Practice-Projekt, an dem sich sowohl Kommunen als auch Handwerker, Gewerbetreibende und Bürgerinnen und Bürger orientieren können. Unter Hinzunahme einer kontinuierlichen medialen Begleitung des Projektes wird sichergestellt, dass sowohl die Gemeinde Metelen als auch der Kreis Steinfurt und das Land NRW von dem Projekt profitieren. Der Klimaschutz wird auf diese Weise in Metelen und der Region verankert und verstetigt.

 



 

 

  

Anschaffung Akku- Werkzeug


Der Anfang ist gemacht. Die ersten benzinbetriebenen Werkzeuge wurden durch neue Profi Akkugeräte ersetzt und sind ab sofort im Einsatz. Es wurden folgende Geräte angeschafft: Eine Akku-Motorsense, ein Akku-Hoch-Entaster, ein Akku-Heckenschneider, ein Akku-Blasgerät und eine leichte Profi-Akku-Baumpflegesäge. Die Geräte haben den Vorteil, dass ohne Hörschutz genutzt werden können, kommt die Energie für den Betrieb der Werkzeuge aus erneuerbaren Energiequellen.

 

 



Heckenmanagement


Der „Cradle-to-Cradle-Ansatz“ (von der Wiege zur Wiege), der bei der Realisierung des Projektes mitbedacht und veranschaulicht wird, verknüpft die Themen Klimaschutz, Umweltschutz und Ressourcenschutz. Der Ansatz beschreibt die zentrale Rolle der Rohstoffkreisläufe, dabei wird zwischen dem biologischen und dem technischen Kreislauf unterschieden.

 

Der biologische Kreislauf umfasst Materialien, die gesundheitsverträglich und kompostierfähig sind und dadurch am Ende ihrer Nutzung als biologische Nährstoffgrundlage neues organisches Wachstum ermöglichen. Dieser Kreislauf wird mit der Wärmenutzung durch die Holzhackschnitzel veranschaulicht und umgesetzt. 

Die sowieso produzierten Holzhackschnitzel aus der Grünpflege, werden mit Hilfe einer  Holzhackschnitzelheizung dazu verwendet, den Bauhof mit Wärme zu versorgen. Auf diese Art und Weise wird eine heimische Ressource nachhaltig aktiviert. Bei der Verbrennung der Holzhackschnitzel entsteht CO2, dieses ist jedoch als CO2-neutral anzusehen, da nur so viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird, wie der Baum während seines Wachstums gebunden hat. Die anfallende Asche wird als Nährstoff für den Boden verwendet und das freigesetzte CO2 wird wiederum von den Bäumen durch Photosynthese aufgenommen und im Holzkörper als Kohlenstoff gespeichert. Ein kompletter biologischer Stoffkreislauf wird hiermit vermittelt

 

Mit Hilfe des Heckenmanagements wird sichergestellt, dass die regionale Ressource nachhaltig durch die Gemeinde genutzt werden kann. Durch die energetische Nutzung erhalten die kulturlandschaftsprägenden Hecken der münsterländischen Parklandschaft wieder einen Wert. Erhalt und Pflege von Hecken können so nachhaltig gesichert werden. Die Gemeinde Metelen ist sich bei der Umsetzung dieser Maßnahme ihrer Vorbildfunktion bewusst. Durch die Umsetzung werden die privaten Heckenbesitzer dazu animiert ihre Hecke nachhaltig zu pflegen. Da eine kostenlose Pflege und wirtschaftliche Nutzung der Hecken in Aussicht gestellt werden kann, wird unter diesen Voraussetzungen die Anpflanzung von Hecken wieder lukrativ werden. Anhand dieses Beispiels wird gleichzeitig bewiesen, dass Umwelt-und Klimaschutz auch zusammen gedacht und umgesetzt werden können.

 

Der erste Schnitt ist am Maßmannweg erfolgt, auf einer Länge von ca. 345 m wurden im Wechsel 50 m lange Teilstücke auf den Stock gesetzt und stehengelassen.